Kleinenberg Schützen trauern um Theo Thonemann

Der langjährige Oberst der St. Sebastian Schützenbruderschaft Kleinenberg, Theo Thonemann, verstarb am vergangenen Sonntag nach langer Krankheit. Für viele kam sein plötzlicher Tod dennoch überraschend.

Ehrenoberst Theo Thonemann
Ehrenoberst Theo Thonemann

Theo Thonemann, der vor seinem verdienten Eintritt in den Ruhestand als leitender Angestellter bei einem heimischen Türen- und Zargenfabrikanten tätig war, trat der Kleinenberger Schützenbruderschaft im Jahr 1962 bei.

Im Jahr 1973 wurde er zunächst zum Feldwebel gewählt, bevor ihn die Mitglieder auf der Generalversammlung 1976 zu ihrem Oberst wählten.

Seither bestimmte das Schützenwesen das Leben von Theo Thonemann und seiner Frau Hedwig.

In unermüdlichem Einsatz setzte sich der Vater eines erwachsenen Sohnes für den Erhalt und Ausbau der vereinseigenen Kleinenberger Schützenhalle ein. So war er u.a. maßgeblich für den Anbau eines Speiseraumes in den Jahren 1975 bis 1976 sowie für den Einbau einer Heizungsanlage im Jahr 1978 verantwortlich. 1983 wurde unter seiner Regie der Schankraum erneuert und der Vorplatz der Schützenhalle neu gestaltet.

Im Jahr 1994 rief Thonemann den mittlerweile zur Tradition gewordenen Kleinenberger Weihnachtsmarkt ins Leben, der von der Kleinenberger Bruderschaft alljährlich am ersten Adventswochenende veranstaltet wird.

Weitere Projekte, die in Thonemanns Amtszeit fielen, waren u.a. die Erneuerung des Daches der Schützenhalle im Jahr 2001 sowie der Anbau einer neuen Toilettenanlage im Jahr 2005/2006.

Ein Höhepunkt seiner 35jährigen Amtszeit war sicherlich das Jubiläumsfest der Bruderschaft zu ihrem 450jährigen Bestehen im Jahr 2002, das unter dem Motto „Auf dem Weg durch die Zeit“ ein großer Erfolg für die gesamte Dorfgemeinschaft Kleinenbergs geworden war.

Daneben setzte sich Theo Thonemann auch für karitative Hilfsprojekte ein und organisierte zahlreiche Spendenaktionen.

Thonemann konnte im Laufe der Jahre zweimal die Königswürde seiner Bruderschaft erringen. 1965 repräsentierte er die Bruderschaft mit seiner späteren Ehefrau Hedwig, 1995 stand er mit Hannelore Jakoby den Schützen voran.

Für sein beispielloses Engagement wurde Thonemann mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet. Neben dem Silbernen Verdienstkreuz (1981) wurde er mit dem Hohen Bruderschaftsorden (1983), dem Sebastianus Ehrenkreuz (1991) sowie im Jahr 1995 mit dem Schulterband mit Stern ausgezeichnet.

Besondere Auszeichnung sind neben dem sogenannten „Tschakostutzen“ (1995) die Verleihung der Hochmeisterplakette im Jahr 2002 auch das St. Sebastianus Ehrenschild, einer der höchsten Auszeichnungen, die einem Schützen zuteilwerden kann, das ihm für seine unentwegten Einsatz für das Schützenwesen im Jahr 2010 verliehen wurde. Zudem wurde er im Jahr 2011 mit dem Bezirksverbandsorden in Gold geehrt, bevor er schließlich im Jahr 2014 als Ritter in den Orden vom Heiligen Sebastianus aufgenommen.

„Mit Theo Thonemann verlieren wir einen geliebten und verdienten Schützenbruder und Freund. Er war ein Vorbild für eine ganze Generation von Schützen.“, so Stephan Wink, Nachfolger Thonemanns im Amt als Oberst der Kleinenberger Schützenbruderschaft, zum plötzlichen Tod seines Amtsvorgängers.

Das langjährige Mitglied im Vorstand des Kreisschützenbundes Büren, dem Thonemann als Delegierter des alten Amts Lichtenau in der Zeit von 1995 bis 2015 angehörte, hat sich im Laufe der Jahre auch über die Stadtgrenzen Lichtenaus hinweg einen Namen gemacht. Im Jahr 2004 wurde er zum stellvertretenden Bezirksbundesmeister im Bezirk Paderborn-Land im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gewählt. Dieses Amt übte er voller Leidenschaft bis ins Jahr 2014 aus.

Neben dem Schützenwesen engagierte sich das Mitglied in zahlreichen Kleinenberger Vereinen auch auf politischer Ebene. Bereits 1972-1976 Teil der Kleinenberger Gemeindevertretung erhielt er 1989 als Mitglied der CDU das Mandat im Rat der Stadt Lichtenau, dass er bis zur Kommunalwahl im Jahr 2009 ausübte.

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